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Sicher durch den Sommer trotz Corona

Veröffentlicht am 4. Mai 2020

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus betreffen uns in jeglichen Bereichen unseres Lebens. Wir alle müssen in dieser nie zuvor dagewesenen Situation umdenken, kreativ sein und improvisieren – und dabei unser aller Sicherheit und Gesundheit als auch die Solidarität zu unseren Mitmenschen an erster Stelle sehen – auch der Sektor des Schwimmens ist derzeit stark von den Einschränkungen betroffen: über die momentane Lage der Schwimmschulen und Schwimmlehrer*innen, den Gefahren der nun fehlenden Schwimmausbildung von Kindern als auch Erwachsenen und Hinweise, die die Sicherheit im Wasser im Sommer 2020 trotz dieser schwierigen Situation gewährleisten, informiert der Deutsche Schwimmlehrerverband in dieser Pressemitteilung. 

Eine der notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung des neuartigen Virus war die Schließung aller Bäder vor einigen Wochen. Darunter leiden nun vor Allem die ausgebildeten Schwimmlehrer*innen, die ihr Einkommen ausschließlich durch das Abhalten des Unterrichts bestritten haben. Auch diejenigen Schwimmschulen, die ihre eigenen Bäder betreiben und ihr festangestelltes Personal bezahlen müssen, haben nun sehr zu kämpfen. Daher wendet sich der DSLV an dieser Stelle mit einem Appell an die Politik: Deutschland sollte so schnell wie möglich ein länderübergreifendes Hygienekonzept entwickeln, damit der Betrieb von Hallen- als auch Freibädern so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann. Die Dringlichkeit dieser Aufforderung ergibt sich hier zum Einen aus der Existenznot vieler Schwimmschulen als auch der Schwimmlehrer*innen, deren Einkommen nun ausbleibt, zum Anderen aus der für den Verband als oberste Priorität verstandenen Wassersicherheit von Kindern und Erwachsenen. 

Da die professionelle Ausbildung zum sicheren Schwimmen in der aktuellen Situation nicht praktiziert werden kann, ist eine ausreichende Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Trotz des fehlenden Unterrichts werden sich die nun viel weniger ausgebildeten Kinder diesen Sommer im Wasser aufhalten, befürchtet der DSLV. „Was mir sehr große Sorgen bereitet, ist jedoch auch das fehlende Training der Erwachsenen“, bemerkt der Präsident des Verbandes Alexander Gallitz. Selbst wenn ein bereits unsicherer Schwimmender üblicherweise regelmäßig über den Herbst und Winter das Hallenbad besucht, um dann im Sommer ans Meer, in Seen oder in Flüsse baden zu gehen, kommt es in solchen Situationen oft zu Überschätzungen der eigenen Fähigkeiten. „Wir werden definitiv mehr Badetote in diesem Jahr zu beklagen haben, wenn wir die Öffentlichkeit nicht permanent auf die neue Situation und die daraus resultierenden Probleme und Konsequenzen hinweisen“, so Gallitz. 

Die Wasserwacht hat im Gespräch mit dem DSLV bestätigt, dass sie den Sommer über die Wachstationen besetzen wird. Eine große Gefahr sehen sie jedoch darin, dass Badenden, die sich an größeren Seen niederlassen, keine ausreichende Rettung gewährleistet werden kann, da sie nicht in dem Einzugsgebiet der Wachstationen liegen. Auch wenn sich die Retter selbst in Gefahr begeben, sich zu infizieren, so unterstreicht Gallitz die immense Wichtigkeit einer Wacht trotz Corona: „Man kann mit Maske Aufsicht führen, darauf achten, dass die Abstandsregelungen am See eingehalten werden und schließlich im Notfall eingreifen. Wir haben trotz alledem die Verpflichtung, bei einem Unfall erste Hilfe zu leisten – egal ob mit oder ohne Corona.“ Doch auch hier gilt die Devise, dass man sich selbst als auch seine Mitmenschen nicht unnötig gefährden sollte. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft mahnt auf ihrer Homepage davor, zu leichtsinnig mit der derzeitigen Situation umzugehen; schon zu Beginn der Corona-Krise mussten die Retter bundesweit ausrücken, um Menschen im Wasser zu helfen.  

Der Deutsche Schwimmlehrerverband ruft daher zu einer erhöhten Achtsamkeit an Badeseen, Flüssen oder im Meer auf. “Achte auf andere, und natürlich auf dich selbst – die allgemeingültigen Baderegeln gelten in diesem Sommer meiner Meinung nach wie nie zuvor und sollten von allen eingehalten werden. Nur gemeinsam können wir diesen sonderbaren Sommer gut überstehen”, appelliert Gallitz. Auch diesen Sommer werden viele Menschen in Naturgewässern baden gehen, wegen der geschlossenen Grenzen und dem damit ausbleibenden Sommerurlaub vielleicht sogar mehr als je zuvor. Wir sollten uns daher unserer gefährdeten Sicherheit als auch der unserer Kinder bewusst sein – jede*r Einzelne muss im Sommer 2020 seinen Beitrag dazu leisten, in gesondertem Maße aufpassen und verantwortungsbewusst mit dem eigenen Leben als auch dem anderer umgehen. 

Ansprechpartnerin

Luca Engelhardt

oeffentlichkeitsreferentin@schwimmlehrerverband.de