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Die Zukunft der Schwimmkurse

Veröffentlicht am 1. Dezember 2020

Wie bereits im Frühjahr dieses Jahres ist es seit November aufgrund der erhöhten Infektionszahlen nicht mehr möglich, Kindern das Schwimmen in Form von Präsenzunterricht beizubringen. Das Ausbleiben der für Sicheres Schwimmen notwendigen Kurse bringt dabei schwerwiegende Folgen und Probleme mit sich, die im schlimmsten Fall lebensgefährlich enden können beispielsweise durch Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten oder der vermeintlichen Sicherheit, die selbst ein abgebrochener Schwimmkurs impliziert. Der Deutsche Schwimmlehrerverband will sich daher in folgender Pressemitteilung mit der Problematik ausfallender Schwimmkurse auseinandersetzen und gleichzeitig auf den dringenden Handlungsbedarf seitens der Politik aufmerksam machen. 

Nachdem der Schwimmunterricht zu Beginn von Corona komplett ausgefallen war, hatte sich die Branche gegen Sommer einigermaßen erholt und wieder angefangen, die ersten Kurse anzubieten. Diejenigen, die aufgrund des ersten Lockdowns zuvor abgebrochen werden mussten, konnten somit im Sommer teilweise erfolgreich, wenn doch mit einigen Abstrichen, beendet werden. Haben Kinder als auch Erwachsene jedoch Anfang September einen neuen Kursblock angefangen, musste dieser nun erneut aufgrund des zweiten Lockdowns unterbrochen werden. Dies stellt ein großes Problem dar: nicht vollendete Kurse bedeuten eine unzureichende Ausbildung, die keineswegs eine ausreichende Sicherheit im Wasser garantiert – von einigen jedoch trotzdem als solche eingestuft wird. Wir müssen momentan davon ausgehen, dass Bäder vermutlich nicht vor März nächstes Jahres aufgesperrt werden dürfen. Wenn es dann wieder so weit ist, müssten die Schüler*innen quasi wieder von vorne anfangen – denn ein unvollständiger Kurs, der ein halbes Jahr zuvor begonnen wurde, weist zu viele Lücken im Lernprozess auf. Gleichzeitig kommt jedoch die neue Generation an Kursteilnehmer*innen zu der verbliebenen des letzten Jahres hinzu, was höchstwahrscheinlich zu einer Überlastung der Schwimmkurse im Frühjahr 2021 führen wird.   

Der Deutsche Schwimmlehrerverband befürchtet nun, dass es mindestens zwei kompletten Jahrgängen in Anbetracht der aktuellen Lage nicht möglich sein wird, das Schwimmen gewissenhaft zu erlernen. Was die Situation weiterhin verschärft ist der Fakt, dass viele Privatbetreiber*innen, seien es Rehakliniken, Krankenhäuser oder Altersheime, ihre Bäder aufgrund der zu hohen Gefährdung von Risikopatient*innen komplett schließen – für eine unabsehbare Zeit. Eine zwar rücksichtsvolle, aber dennoch belastende Maßnahme in der Bereitstellung auszureichender Trainingsplätze für Schwimmschüler*innen. “Wir befürchten, dass wir mindestens drei Jahre benötigen werden, um das verlorene Jahr während der Pandemie wieder aufzuholen”, so der Vorsitzende des DSLV Alexander Gallitz. Die denkbar dramatischste Konsequenz dieser Ausnahmesituation stellt die damit einhergehende erhöhte Ertrinkungsgefahr der noch Lernenden da – vor allem Kinder betreffend. 

An Lösungen wird selbstverständlich gearbeitet – Gallitz sieht hier jedoch keinen wirklichen Ausweg außer einen, der durch eine ausreichende Hilfe und Kooperationsbereitschaft der Politik gekennzeichnet ist. Diese könnte nämlich ermöglichen, dass zeitnah zumindest Kindern das Schwimmen Lernen in Bädern wieder erlaubt wird. Selbstverständlich wäre dies nur unter strengen Auflagen und mithilfe eines ausgearbeiteten Hygienekonzepts vertretbar – in Anbetracht der über den vergangenen Sommer bereits erarbeiteten hygienischen Maßnahmen jedoch durchaus realisierbar. Um hier künftig mehr Mitspracherecht zu haben, hat sich der DSLV bei dem Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung um eine Mitgliedschaft beworben, die in einer assoziierten Form bestätigt wurde. Beim BFS handelt es sich um einen Zusammenschluss aktiver Verbände, welcher es sich zum Ziel gemacht hat, für eine einheitliche Schwimmausbildung in Deutschland zu sorgen. Im Kreis eines solchen Zusammenschlusses hofft der DSLV nun, gemeinsam die Problematik der geschlossenen Schwimmbäder vielfältig und konstruktiv zu diskutieren. Was klar ist: es muss so schnell wie möglich ein Konzept erstellt werden, welches sich mit den kommenden herausfordernden Jahren für Schwimmschulen beschäftigt und in der Lage ist, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine ausreichende Ausbildung für ein Sicheres Schwimmen zu ermöglichen. 

Ansprechpartner

Max Greger

presse@schwimmlehrerverband.de